Empfehlungen, Prämien & Vertrauen

Gute Kontakte empfehlen und bei Erfolg Geld verdienen – wie funktioniert das?

Seriös erklärt, ohne Side-Hustle-Versprechen: Was eine wertvolle Empfehlung ausmacht, wie Einwilligung und Prämie zusammenhängen und wo die Grenzen liegen.

Frau sendet am Arbeitsplatz eine Nachricht über ihr Smartphone
Eine gute Empfehlung beginnt mit dem Einverständnis des Kontakts.

Aktualisiert: TIPPO Redaktion6 Min. Lesezeit

Inhalt

Wann eine Empfehlung wirklich wertvoll ist

Eine Empfehlung ist nicht deshalb wertvoll, weil du viele Leute kennst, sondern weil du in einem bestimmten Moment zwei Dinge zusammenbringst: einen konkreten Bedarf und einen passenden Anbieter. Drei Merkmale zeichnen eine gute Empfehlung aus:

  • Es gibt einen echten Anlass. Jemand hat dir erzählt, dass er eine neue Website braucht, einen Treuhänder sucht oder eine Solaranlage prüft. Du erfindest den Bedarf nicht, du erkennst ihn.
  • Du kannst den Anbieter einschätzen. Du kennst das Unternehmen als Kunde, Partner oder aus deinem Umfeld und würdest es auch ohne Prämie empfehlen.
  • Du kennst die Person. Du weisst, wie sie tickt, und kannst beurteilen, ob Anbieter und Kontakt zueinander passen.

Fehlt eines dieser Merkmale, ist die Empfehlung schwach – und wird meist nichts. Die Prämie sollte nie der Grund für eine Empfehlung sein, sondern die Anerkennung dafür, dass sie gepasst hat.

So funktioniert es Schritt für Schritt

  1. 1Angebot ansehen. Unternehmen schreiben aus, welche Kunden sie suchen, was als Erfolg gilt und welche Prämie sie zahlen. Auf TIPPO findest du diese Angebote unter Empfehlungen entdecken.
  2. 2Passenden Kontakt erkennen. Dir fällt jemand ein, der genau diese Leistung gerade braucht.
  3. 3Empfehlung aussprechen. Du schickst deinem Kontakt einen persönlichen Link oder machst ein kurzes Intro. Du gibst dabei keine Daten weiter – das macht der Kontakt selbst.
  4. 4Der Kontakt entscheidet. Er sieht, wer empfiehlt, worum es geht und welche Prämie ausgeschrieben ist, und stimmt zu oder lehnt ab.
  5. 5Gespräch und Abschluss. Unternehmen und Kontakt sprechen miteinander. Du bist nicht mehr beteiligt und musst nichts verkaufen.
  6. 6Verifizierung und Prämie. Kommt der definierte Erfolg zustande, meldet das Unternehmen den Abschluss, der Kontakt bestätigt kurz, und die Prämie wird deinem Guthaben gutgeschrieben.

Einwilligung zuerst: kein Spam, keine Weitergabe ohne Zustimmung

Der wichtigste Grundsatz: Du gibst niemals Kontaktdaten weiter, ohne dass die Person zugestimmt hat. Das schützt dein Verhältnis zu ihr, und es schützt dich. Niemand möchte erfahren, dass sein Name ohne sein Wissen in einem Verkaufsprozess gelandet ist.

Praktisch heisst das: Du schickst einen Link oder schreibst ein kurzes, ehrliches Intro – «Ich habe an dich gedacht, weil du neulich gesagt hast, dass … Schau dir das an, wenn es passt.» Was danach passiert, entscheidet der Kontakt. Das gilt auch für Massenversand: Denselben Link an fünfzig Leute zu schicken, ist keine Empfehlung, sondern Spam, und wird von seriösen Plattformen nicht toleriert.

Wann du verdienst – und wann nicht

Die Prämie wird nicht für die Empfehlung fällig, sondern für den Erfolg. Was Erfolg heisst, definiert das Unternehmen vorab im Angebot. Beispiele: ein unterschriebener Auftrag ab CHF 5'000, ein Treuhandmandat mit einem Jahr Laufzeit, eine Firmenbestellung ab CHF 2'500.

Was zählt – und was nicht
SituationPrämie?Warum
Kontakt stimmt zu, es kommt kein Gespräch zustandeNeinKein Erfolgsereignis
Gespräch findet statt, Auftrag liegt unter dem MindestwertNeinErfolgsbedingung nicht erfüllt
Auftrag ab Mindestwert wird unterschrieben und bestätigtJaErfolgsereignis eingetreten und verifiziert
Unternehmen meldet Abschluss, Kontakt widersprichtOffenKlärung, Nachweis nur bei Bedarf
Abschluss erst nach Ablauf der GültigkeitsfristNeinEmpfehlung nicht mehr gültig

Tabelle seitlich scrollbar

Wie die Verifizierung genau abläuft und warum sie dich schützt, erklärt der Artikel Empfehlungen messen und verifizieren.

Empfangsbereich einer Hotellobby mit Tablet
Wer beruflich viel unterwegs ist, kennt oft genau den passenden Kontakt.

Persönlich oder im Namen deiner Firma?

Du kannst in zwei Rollen empfehlen, und du solltest dich bei jeder Empfehlung bewusst entscheiden:

  • Persönlich: Die Empfehlung kommt aus deinem privaten Netzwerk. Die Prämie geht an dich.
  • Im Namen deiner Firma: Du empfiehlst als Partnerbetrieb, Beraterin oder Lieferant. Die Prämie geht an deine Firma und wird dort als Ertrag verbucht.

Die zweite Variante ist immer dann richtig, wenn du den Kontakt durch deine berufliche Tätigkeit kennst. Persönliche Prämien sind nicht für Situationen gedacht, in denen du beim empfohlenen Kontakt selbst über Einkauf oder Vergabe entscheidest – dort wäre die Prämie ein persönlicher Vorteil aus einer dienstlichen Entscheidung. Hintergründe im Artikel Empfehlungsprämien in der Schweiz.

Welche Kontakte du nicht empfehlen solltest

  • Personen, die keinen Bedarf geäussert haben. Eine Empfehlung ohne Anlass ist Werbung, die von dir kommt – und das kostet Vertrauen.
  • Kontakte, bei denen du selbst Beschaffungsentscheidungen triffst oder beeinflusst. Hier gehört keine persönliche Prämie hin.
  • Menschen, die du kaum kennst. Wenn du nicht einschätzen kannst, ob es passt, kannst du nicht empfehlen.
  • Kontakte in einer heiklen Situation, etwa in laufenden Rechtsstreitigkeiten oder finanziellen Schwierigkeiten, ohne dass sie dich um Hilfe gebeten haben.
  • Dich selbst oder deine eigene Firma als angeblich fremden Kontakt. Das ist kein Grenzfall, sondern Missbrauch.

Beispiel: Eine Empfehlung aus dem Alltag

Realistische Erwartungen

Vergütete Empfehlungen sind kein Nebeneinkommen, das man planen kann. Sie entstehen, wenn Bedarf und passender Anbieter zufällig zusammentreffen – bei den meisten Menschen ein paar Mal im Jahr, nicht jede Woche. Wer mehr will, muss Kontakte pushen, und genau das zerstört, was eine Empfehlung wertvoll macht.

Sinnvoll ist eine andere Haltung: Du kennst ein paar gute Anbieter und ihre Angebote. Wenn jemand in deinem Umfeld den passenden Bedarf äussert, stellst du den Kontakt her – so, wie du es ohnehin tun würdest. Die Prämie ist das Dankeschön dafür, nicht der Antrieb.

Häufige Fragen

Muss ich etwas verkaufen oder überzeugen?
Nein. Du stellst den Kontakt her, alles Weitere übernehmen Unternehmen und Kontakt. Wenn du jemanden überreden musst, ist die Empfehlung nicht passend.
Erfährt mein Kontakt, dass ich eine Prämie erhalte?
Ja, und das ist gewollt. Bei TIPPO sieht der Kontakt das Angebot inklusive Prämie, bevor er zustimmt. Transparenz ist der Unterschied zwischen einer Empfehlung und einem versteckten Kickback.
Wie lange dauert es bis zur Prämie?
So lange, wie das Geschäft braucht. Bei einer Firmenbestellung können es Wochen sein, bei einem Bauprojekt Monate. Die Prämie wird fällig, sobald der definierte Erfolg eingetreten und bestätigt ist.
Muss ich die Prämie versteuern?
Das hängt von deiner Situation ab, etwa davon, ob du privat oder über deine Firma empfiehlst und wie hoch die Beträge sind. Wir geben dazu keine verbindliche Auskunft; frag bei Unsicherheit eine Steuerfachperson.
Was passiert, wenn das Unternehmen den Abschluss nicht meldet?
Der Kontakt kann den Status unabhängig bestätigen, und eine seriöse Plattform fragt bei Abweichungen nach. Eine Prämie sollte nie stillschweigend verschwinden.

Passender nächster Schritt

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Jedes Angebot nennt Prämie und Erfolgsbedingung. Wenn dir jemand einfällt, für den es passt, dauert die Empfehlung weniger als eine Minute.

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